Mittwoch, 7. April 2010

Inhalt - Ein Schulteam im Ausnahmezustand

Ausnahmezustand! So ist die Projektwoche überschrieben, die Frau Kramer mit ihren Schülern wagt. Freundschaften, Feindschaften, Liebe, Hass, Gleichgültigkeit – bei der Zusammenstellung der Teams spielt das alles keine Rolle. Denn das Los entscheidet! Normalerweise gehen sich Jessie, Tina, Alex und Michael aus dem Weg, wann immer sie können. Nichts verbindet sie. Doch nun müssen sie sich zusammenraufen, ob sie wollen oder nicht. Ein Experiment beginnt. Grenzen werden überschritten. Ihr Leben gerät in Gefahr.

Eine gute Zusammenfassung findet ihr HIER.

Fragen zum Buch

Vielleicht musst Du einen Vortrag über das Buch halten und hast eine Frage dazu. Oder du hast das Buch gelesen und möchtest jetzt etwas wissen. Dann kannst du die Frage in einem Kommentar stellen und ich beantworte sie dann online.

Ein paar Fragen, die ich in der Vergangenheit gestellt bekam, findest du in den folgenden Einträgen.

Frage: Was hat Sie dazu bewegt dieses Buch zu schreiben? Woher kam die Idee?

Generell:
Ich mag Geschichten. Noch mehr mag ich die Figuren in den Geschichten – und deshalb beginnt jedes Buch mit den Figuren. Die Geschichte kommt erst später.

Das Projekt:
Ich wollte unbedingt die Geschichte von vier völlig verschiedenen Jugendlichen schreiben, weil mich erstens die Figuren an sich mit ihren inneren Konflikten reizten und zweitens ihre Reaktion auf äußere Konflikte. Was für ein Spannungspotential!

Die Figuren waren schnell gegeben. Es mussten Gegensätze sein. Sie durften ruhig auch Clichés bedienen – allerdings wollte ich diese Clichés im Laufe des Buches bewusst demontieren. Alle vier Figuren sind mir während des Schreibens total ans Herz gewachsen. Das Projekt ist gleichzeitig auch mein „Herzblutprojekt“ – insofern passt der Titel genau.

Die Erzählform (fünf Erzählperspektiven, die sich schnell abwechseln) ist bewusst gewählt. Als Filmfreak wollte ich ein Buch schreiben, das wie ein schnell geschnittener Film daherkommt. Daher auch das Präsens als Erzählzeit.

Frage: Die vier Hauptpersonen sind sehr realistisch und detailliert beschrieben. Kennen Sie Charaktere wie z. B. Michael oder sind die Personen absolut fiktiv?

Die Personen im Projekt sind alle fiktiv, könnten aber durchaus real sein. Einzelheiten (aber keine ganzen Lebensgeschichten) habe ich dem realen Leben abgeschaut (respektive abgeschrieben)

Frage: Denken Sie, dass Sie bei der Schilderung der Probleme übertrieben haben? Oder ist das Alltag?

Ich besuchte - beruflich bedingt - einen Lehrmeisterkurs. Einer unserer Ausbilder sagte: „Fragt nie jemanden im Scherz, ob er zu heiß gebadet worden ist. – Es könnte tatsächlich so sein. Ihr wisst nicht, welcher dieser Auszubildenden unter der Brücke schläft oder zu Hause Prügel kassiert. In jeder Klasse werdet ihr Jugendliche finden, die Grässliches erleben oder erlebt haben.“

Ich habe vor allem auf die Figuren Jay (aus „Schlechte Karten“) und Michael (aus „Das Projekt“) erschütternde Rückmeldungen von Leuten erhalten, die sagen: „Du kommst mit dieser Figur meinem Leben so nahe wie ein Buch dem Leben nahe kommen kann. // Woher weißt du das?“

Ja, ich denke, dass es um uns herum Menschen gibt, für die solche Probleme Alltag sind. Ich fürchte, es sind nicht wenige. Wir sehen oft nur die Oberfläche. Nicht das, was darunter abgeht. Im „Projekt“ prallen zugegebenermaßen Extremfälle aufeinander, die aber (leider) alle denkbar sind.

Frage: Wie lange haben Sie an dem Buch Das Projekt geschrieben?

Genau diese Frage kann ich für keines meiner Bücher so richtig beantworten, weil ich sehr unregelmäßig schreibe; sprich, ich habe keine fixen Schreibzeiten. Manchmal schreibe ich ein paar Tage nichts, um dann tage- oder nächtelang sehr intensiv in die Schreibwelt abzutauchen. Was ich sagen kann: Ich habe die Figuren zum Projekt schon sehr früh entwickelt – so vor vier oder fünf Jahren und sie lange mit mir „herumgetragen“, ab und zu ein paar Szenen skizziert, erste 50 Seiten geschrieben, bevor ich einen Verlagsvertrag für das Buch unterschrieb und dann den Rest in etwa einem Jahr fertigstellte.

Frage: Steht erst nur eine Idee und das Ende entsteht während des Schreibens oder haben Sie das ganze Konzept bereits zu Beginn im Kopf?

Ich habe zuerst die Figuren. Dann eine vage Grundidee zu einer Geschichte und weil der Verlag gerne etwas Konkreteres hat, schreibe ich jeweils ein Exposé (eine kurze Zusammenfassung) einer möglichen Geschichte. Beim Schreiben halte ich mich mehr oder weniger an den roten Faden, improvisiere aber das meiste während des Schreibens. Ich entscheide oft spontan am Ende eines Kapitels, wie es im nächsten Kapitel weitergeht. Zum Beispiel: Wenn Alex nach Hause geht, um irgendwie zu Geld zu kommen, habe ich keine Ahnung, wie er das anstellt und ob er es bekommt. Ich klingle mit ihm zusammen an der Haustür, gehe mit ihm ins Haus, rede mit seinem Vater und schaue, was passiert. Wichtig ist für mich nur eins: Ich erlebe diese Begegnung mit den Augen von Alex, reagiere, wie er reagieren würde.

Ich nenne das für mich „Zwiebelschreiben“. Mich von den Figuren leiten lassen. Mit ihnen etwas erleben. Und dann die Geschichte Schicht um Schicht schälen (= überarbeiten), bis sie für mich stimmt.

Ich habe versucht, eine Geschichte besser zu planen, ein genaueres Konzept zu erstellen, aber das funktioniert in meinem Fall nicht. Ich muss ganz spontan mit den Figuren zusammen entscheiden können, was „wir“ jetzt gerade tun. Manchmal denke ich, dass eine Geschichte ganz anderes herausgekommen wäre, hätte ich am Tag, an dem ich ein bestimmtes Kapitel schrieb eine andere Laune gehabt